E-Zigarette tötet Mann durch Explosion

In den letzten Tagen häufen sich Berichte, dass E-Zigaretten gefährlich wären. Eine große Tageszeitschrift mit vier Buchstaben, wie auch zahlreiche andere Newsportale, hat davon berichtet, dass eine E-Zigarette einen Mann durch eine Explosion getötet hat. Sicherlich ist dieses Schicksal traurig und mein Beileid gebührt den Hinterbliebenen des Mannes, doch schauen wir uns mal die „Fakten“ an, die in diesen Berichten genannt werden.

Anfang Mai ist ein Mann in den Vereinigten Staaten durch ein Projektil von seiner E-Zigarette ums Leben gekommen. Dieses Projektil hatte das Herstellerlogo aufgedruckt und traf ihn am Kopf, was zu einer tödlichen Verletzung führte. Weiterhin erlitt der Mann an ca. 80% seines Körpers Verbrennungen. Es kam nach der Explosion scheinbar zu einem Brand in seinem Schlafzimmer, in welchem er die E-Zigarette vor seinem Tod nutzte. Weiterhin wird davon berichtet, dass die E-Zigarette ein mechanischer Mod/Tube war, was von den Kritikern als unsicher eingestuft wird und sich von anderen E-Zigaretten unterscheidet. Doch die genaue Ursache der Explosion ist noch ungeklärt, so die letzten Informationen in den Medien.

Mich, als gelernter Elektroniker, interessiert es natürlich, wie es zu so einer Explosion kommen kann. Eines vorweg: Wer seine Akkus und seine E-Zigarette aus seriösen Quellen bezieht, der hat kaum etwas zu befürchten. Die gängigen Akkus, wie z.B. Die Sony VTC5a oder Ijoy 21700, sind sicher und die größte Gefahr ist eine Entgasung des Akkus bei einer groben Fehlfunktion. Solch eine Vergasung kann natürlich für einen Druckaufbau innerhalb des Gerätes sorgen und dieses zum Explodieren bringen, wenn nicht nahezu alle originalen E-Zigaretten Sicherheitsvorkehrungen dafür eingebaut haben. Die meisten Akkuträger sind nicht luftdicht verschlossen, so dass eine Entgasung im Gerät keinen Druck aufbauen dürfte. Selbst bei der GeekVape Aegis, welche wasser- und staubdicht ist, gibt es eine Membran nahe des Verdampferadapters, die bei zu hohem Innendruck zerbirst und so das Gas austreten lässt. Selbst bei mechanischen Akkuträgern ist eine Entgasung weitestgehend unproblematisch, da auch diese Geräte meist nicht luftdicht abgeschlossen sind.

Doch warum ist dann die E-Zigarette des Mannes aus den Vereinigten Staaten explodiert? Nun, meiner Meinung nach kann es da herrühren, dass er entweder einen selbstgebauten Akkuträger hatte, für den er Teile des auf dem Projektil erkennbaren Herstellers nutzte, oder er hatte sich einen sogenannten Clone angeschafft, also eine günstigere Kopie eines Originales. Vielleicht waren seine Akkus auch keine gebräuchlichen Akkus, sondern eventuell aus einem alten Akku für einen Laptop oder Akkuschraubers entnommen und somit nicht stabil genug für die Leistung, welche für den Betrieb einer E-Zigarette gebraucht wird. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie es zu diesem Szenario kommen kann, aber alle haben eines gemeinsam, dass an irgendeinem Punkt nicht darauf geachtet wurde, was man macht.

Aber wie das nun mal mit Berichten ist, so sind alles nur Mutmaßungen, so wie hier in diesem Text auch. Was schlussendlich zu der Explosion führte, werden wir wohl nicht so schnell erfahren. Nur eines kann ich euch versichern: Wenn man auf seine Ausstattung aufpasst und nicht versucht an der falschen Stelle zu sparen, dann ist das Risiko, dass etwas passiert, sehr gering.

Bild: © Facebook, Facebook/Wake D’Elia

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Florian Böttcher

Florian Böttcher

Ich wohne im wunderschönen Sindorf bei Kerpen und bin 35 Jahre alt. Erst seit Kurzem fröhne ich dem Dampfgenuß, habe aber seit meinem Umstieg vom Rauchen schon einige Geräte nutzen können. Auch habe ich mich stark in die Materie eingelesen und als gelernter Informationselektroniker sind mir Begriffe, wie das Ohmsche Gesetz, nicht ganz fremd 😉
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