FAQs zu Nikotin

Es gibt noch viel falsches Wissen und Halbwissen rund um den Nikotinwolke-inhalierenden Konsum.
Hier die wichtigsten Fragen und Antworten für E-Zigaretten-Einsteiger basierend auf den neuesten Erkenntnissen zu Nikotin.

1. Wie schädlich ist Nikotin per se?

Einem gesunden Erwachsenen schadet der Konsum von normal inhalierten Mengen Nikotin nicht mehr als täglicher Koffeinkonsum.
Es verursacht bei gesunden Erwachsenen weder Herz-  noch Krebserkrankungen, was viele noch vermuten. Es ist auch nicht “nervenschädigend” oder für Schlaganfälle verantwortlich.

2. Bin ich wirklich so stark “nikotinsüchtig” wie man allgemein glaubt?

Nein.
Eine mögliche Abhängigkeit wird ähnlich zu werten sein wie beim
gewohnten täglichen Koffeinkonsum per Kaffee oder anderen koffeinhaltigen
Getränken und Konsumprodukte.
Es gab z.B. schon viele E-Zigarettennutzer, welche versehentlich nikotinfreies Liquid über Tage und sogar Wochen genutzt haben, ohne es zu bemerken.
Auch gibt es ältere Studien (z.B. von 1980), welche eine “starke Nikotinsucht” anzweifeln.
Bei einem Teil der langjährigen Rauchern ist jedoch eine Abhängigkeit
des sog. “Rauchverhaltens” (=das Wolke inhalieren und exhalieren) vorhanden: Erlerntes/konditioniertes Verhalten, welches durch oft jahrzehntelangen Gebrauch von Tabakzigaretten entstanden ist.

Trotzdem gehört Nikotin zur Funktion des “Dampfens” wie auch des Tabakrauchens dazu, da es dem Konsumenten den erwünschten “Throat Hit” (das sensorische Gefühl beim Inhalieren), sowie “Geschmack” gibt.

3. Kann ich mit der E-Zigarette Nikotin schrittweise entwöhnen und sogar ganz aufhören?

Kaum.
Viele sog. “dissonante” bzw. entwöhnungswilligen Raucher verwechseln die E-Zigarette mit einem “neuen dampfenden Nikotinersatzprodukt zur Nikotinentwöhnung bzw. Raucherentwöhnung”.
Ein “schrittweises entwöhnen” funktioniert mit der E-Zigarette meist nicht, da
der Konsument nach dem ersten Kauf einer E-Zigarette oft auf leistungsstärkerer Geräte umsteigt und dann zwar geringere Nikotinstärken nutzt, gleichzeitig aber der Liquidverbrauch equivalent ansteigt.
Unter dem Strich haben fast alle (egal welches Liquid oder welches Gerät sie nutzen) noch ähnliche Nikotinwerte im Blut wie als Nutzer von nikotinhaltigen Tabakzigaretten.

Nach internationalen Umfragen dampfen nur ca. 3% aller E-Zigaretten-Nutzer nikotinfrei.

Komplett aufgehört haben nur 0,6%.

4. Muss ich Angst haben, viel mehr Nikotin als vorher mit der
E-Zigarette zu inhalieren und mich so langfristig zu “vergiften”?

Nein.
Beim ganz normalen inhalativen Nikotinkonsum merkt z.B. jeder sofort,
wenn ein wenig zu viel Nikotin im Tank ist:
Es wird unangenehm beim Inhalieren (es “kratzt” zu sehr im Hals).
Man kann in diesem Fall problemlos das Liquid mit nikotinfreien Basisliquids wie z.B. PG oder VG verdünnen, bis die Dampfwolken angenehm zum Inhalieren sind.
Ein weiterer Schutzmechanismus ist die sog. “Nikotinaufnahmeregulation”:
Jeder merkt ein kurzfristiges “Zuviel” an Nikotin sehr schnell. Unangenehme
Symptome wie z.B. leichte Übelkeit oder Kopfschmerzen bringen jeden
Nutzer dazu, eine Dampfpause einzulegen.
Auf diese Weise sagt uns der Körper ganz automatisch:
“Nun ist genug”.

Da Nikotin per se schnell abgebaut wird (zwischen 30 min und 2 Stunden), sind die unangenehmen Symptome rasch wieder verschwunden. Deswegen gab es auch weltweit noch nie “schwere akute Nikotinvergiftungsfälle” bei nikotinhaltigen Tabakzigaretten, welche man in Kliniken behandeln muss
(ganz im Gegensatz zu Alkoholvergiftungen: Stichwort Komatrinken).

5. Welche Nikotinstärke muss ich wählen?

Das hängt vom Typ/Leistungsstärke der gewählten E-Zigarette ab.
Es gibt grob eingeteilt drei Geräte-Gruppen:
a.) Kleine E-Zigaretten (“Cig-a-Like” bis “Ego-Grösse”):
Je kleiner der Verdampfer, desto höher muss überwiegend die Nikotinstärke
des Liquids gewählt werden, da die Dampfdichte gering ist.
Im Schnitt benötigt man für kleine Verdampfer Nikotinstärken zwischen 16 und 24mg.
Auch die Verwendung von 36mg sind nicht selten bei kleinen Modellen.

b.) Mittlerer Verdampfertyp:
Bei dieser Verdampfergruppe benötigt man im Schnitt Liquids mit 8-12mg Nikotingehalt…manchmal auch 16-24mg Nikotin (je nach individuellem Zug- bzw. Inhalierverhalten), da diese leistungsstärkeren Verdampfer eine höhere Dampfdichte bieten.

c.) “Subohm-E-Zigaretten”.
Das sind die “Ferraris” unter den Geräten:
Leistungsstark und viel Dampf/grosse Wolken – hohe Dampfdichte

Dementsprechend müssen auch Liquid mit geringer Nikotinstärke gewählt werden.
Im Schnitt sind das Liquids zwischen 1,5 bis 6mg.

6. Welche positiven Wirkungen hat Nikotin?

Nikotin wirkt allgemein anregend oder entspannend und konzentrationsfördernd.
Die kognitiven Fähigkeiten werden nachgewiesen gesteigert.
Studien weisen darauf hin, dass Nikotin einen positiven Effekt beim Schutz vor Parkinson und Alzheimer bzw. bei bereits bestehenden Erkrankungen haben kann.

7. Wie sieht es aus mit Nikotinkonsum bei bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung?

Genauso wie bei Koffeinkonsum, kann Nikotinkonsum bei erkrankten Personen möglicherweise negative Effekte haben.
Es existieren Studien, welche bei sog. “Nikotinersatzprodukten” (=reines Nikotin) keine negativen Effekte auch bei bestehender koronarer Herzerkrankung feststellen konnten.
Andere besagen, dass Nikotin möglicherweise das Herz-Kreislaufsystem belasten
könnte. Hier muss sorgsam abgewogen werden zwischen Nutzen und Risiko.

Würde ein Raucher wieder Tabakzigaretten nutzen, wenn ihm nikotinfreies E-Rauchen nicht ausreicht, bietet die tabaklose E-Zigarette mind. 95% risikoärmeren Konsum.

Trotzdem gilt für Risikogruppe (Herz-Kreislauf-Erkrankte):
Da es Unsicherheiten gibt, ist ein Nikotinverzicht anzuraten.
Im Zweifelsfall ist hier der Arzt zu fragen.

8. Ist Nikotin für Lungenkrebs verantwortlich?
Nein.
Nikotin wird allgemein als “nicht kanzerogen” eingestuft.
Bei bereits bestehenden Tumorerkrankungen ist der Arzt zu befragen.

9. Ist Nikotin per se für andere Lungenerkrankungen (z.B. COPD) verantwortlich?

Nein.

10. Ist es gefährlich, wenn ich Nikotinliquid auf die Haut bekomme?

Nein, da es nur sehr langsam über die Haut aufgenommen wird.
Einfaches Händewaschen reicht völlig aus.

Zu den Mythen rund um Nikotin gibt es hier noch ein sehr interessantes Interview mit Professor Bernd Mayer (Universität Graz, Toxikologie und Pharmakologie):
Link

 

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Megan Hofmann

Mein Name ist Megan und ich wohne im schönen Bayernland. Anfang 2012 deckte ich im deutschsprachigen Raum die Nikotin-Lüge auf. Prof. Bernd Mayer konnte meine Vermutungen bestätigen: Fast alles Wissen über Nikotin-Konsum ist falsch überliefert worden. Mein "Steckenpferd" ist weiterhin das Nikotin bzw. der Nikotinkonsum und vor allem der Mensch hinter der Wolke.

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